Skip to content

Donaueschingen: Bunt, trendig – gesundheitsschädlich? Was Fachleute an E-Zigaretten kritisch sehen

Sie sind klein, handlich, bunt und es gibt sie in vielen Geschmacksrichtungen von Kirsche bis Ananas. Insbesondere bei Jugendlichen sind sie beliebt. Es geht um elektrische Einwegzigaretten.

E-Zigaretten verbrennen keinen Tabak, sondern verdampfen eine aromatisierte Flüssigkeit, genannt Liquid. Bislang üblich sind elektronische Verdampfer, die mit Liquid befüllt und wiederverwendet werden können.

Doch mittlerweile werden various Wegwerfartikel, die nach rund 600 Zügen zum Elektroschrott werden, zum Verkaufsschlager.

Gleich auf den Geschmack gekommen

Von herkömmlichen Zigaretten ist Lisa Meisler auf Vapes umgestiegen: „Ich habe früher Mentholzigaretten geraucht, doch als diese in Deutschland abgeschafft wurden und ich nicht immer in der Schweiz kaufen wollte, habe ich für ein halbes Jahr ganz aufgehört, weilletten mir schimecken normale , erzählt sie.

Dann habe ihr eine Freundin Vapes gezeigt und sie sei gleich auf den Geschmack gekommen. Dass Vapes besser als Zigaretten seien, würde sie nicht behaupten – vor allem nicht aus ökologischer Sicht, da sie Einwegartikel sind und zudem oft falsch recycelt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Donaueschingen

Drei Jugendlichen erzählen: So drinken wir Alkohol

Der Alkohol- und Zigarettenkonsum der Jugend ist rückläufig: Bei den jungen Erwachsenen (18 bis 25 Jahre) ist der langfristige Trend ...

„Mir ist auch aufgefallen, dass sogar viele, die vorher gar nicht geraucht haben, nun auch angefangen haben zu vapen“, sagt die 27-Jährige. Bisher habe jede Particular person aus ihrem Freundeskreis de ella, welche die Vapes probiert haben, diese auch für intestine befunden.

Positiv finde sie auch, dass man den Rauch kaum rieche. Das führe aber auch dazu, dass man auch wieder öfter in geschlossenen Räumen rauchen würde, statt nach draußen zu gehen, was wiederum die Gefahr berge, öfter zu rauchen.

Das könnte Sie auch interessieren

Donaueschingen

Viele adverse Auswirkungen: Die Pandemie fördert auch die Sucht

Fluchtmittel Droge: Die Corona-Situation lässt den Alkoholkonsum ansteigen –  bei Erwachsenen wie bei Jugendlichen, beobachten ...

„Ich denke schon, dass Vapes bei manchen Leuten normale Zigaretten ersetzen werden. Ob es jedoch gesünder, billiger oder okölogischer im Vergleich zu normalen Zigaretten ist, ist fraglich. Ich bin deshalb gespannt darauf, wie sich dieser Pattern noch weiter entwickeln wird“, so die junge Erwachsene.

„Auch Vaping und E-Zigaretten machen abhängig und sind sehr gesundheitsschädlich.“Hinrich Bremer, Lungenarzt

„Auch Vaping und E-Zigaretten machen abhängig und sind sehr gesundheitsschädlich.“Hinrich Bremer, Lungenarzt | Bild: Trippl, Norbert

Dabei kann der Pattern auch gesundheitliche Folgen haben: Vaping könne entzündliche Lungenschädigungen verursachen, wie etwa Lungenblutungen und Lungenbläschenentzündungen, erklärt Hinrich Bremer, Leiter MVZ Pneumologie und Lungenzentrum in Donaueschingen. Dabei werde das Vaping auch in Zusammenhang mit chronischen Lungenerkrankungen und Bronchial asthma gebracht.

Zwar sei das Ausmaß der gesundheitsschädlichen Stoffe, mit denen der Raucher in Kontakt komme, etwas geringer, erklärt der Lungenexperte. „Trotzdem inhaliert man beim Vaping aber jede Menge giftiger Chemikalien“, spellt er klar.

Schwarzmarkt mit unseriösen Quellen

Zudem sei häufig unklar, welche Stoffe in den Liquids enthalten seien. So gebe es einen Schwarzmarkt bei unseriösen Quellen. „Besonders kritisch sind Produkte zu bewerten, die zudem THC (Tetrahydrocannabinol), ein Wirkstoff aus Hanf-Pflanzen, enthalten“, warnt er.

Klein, handlich, bunt, beliebt.  Vapes stehen in einem Laden im Ständer.  Bei den E-Zigaretten scheiden sich die Geister.

Klein, handlich, bunt, beliebt. Vapes stehen in einem Laden im Ständer. Bei den E-Zigaretten scheiden sich die Geister. | Bild: Hannah Schedler

Der Lungenarzt erklärt, dass Vaping oder E-Zigaretten nicht dazu geeignet seien, mit dem Rauchen von Tabak aufzuhören. „Denn auch Vaping und E-Zigaretten machen abhängig und sind sehr gesundheitsschädlich.“

Die Folgen seien schon sichtbar: Im Lungenzentrum des Schwarzwald-Baar Klinikums behandle er immer wieder Patienten, die an den Folgen von Vaping leiden. Jene Patienten müssten teilweise sogar mit Lungenblutungen stationär aufgenommen werden.

Vapes hätten Suchtpotenzial: Sie seien meist mit Nikotin befüllt und enthielten zwischen 16 und 20 Milligramm Nikotin. Dies entspreche circa einer Packung Zigaretten, erklärt Pia Wenzler, von der Fachstelle Sucht in Villingen-Schwenningen, die auch für Donaueschingen zuständig ist.

„Somit wird über den Konsum von Vapes der Suchtstoff Nikotin aufgenommen, welcher bekanntermaßen ein hohes Suchtpotential hat und Entzugserscheinungen auslöst“, so die Sozialpädagogin.

„Durch den Vape-Trend entsteht die Gefahr einer Verharmlosung des Rauchens.“Pia Wenzler, Fachstelle Sucht

„Durch den Vape-Pattern entsteht die Gefahr einer Verharmlosung des Rauchens.“Pia Wenzler, Fachstelle Sucht | Bild: bwlv-Fachstelle Sucht

Zudem hätten Studien erwiesen, dass die enthaltenen Aromazusätze gesundheitsschädliche Stoffe enthalten könnten.

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen betone ferner, dass Kurz- und Langzeitfolgen des Konsums nicht ausreichend erforscht seien.

Vermeintlich harmlos und atraktiv

„Darüber hinaus besteht durch den Vape-Pattern die Gefahr einer Verharmlosung des Rauchens sowie das Erlernen des Rituals des Rauchens“, sagt Wenzler.

Somit können Vapes womöglich einen Einstieg in den nachweislich krebserregenden Tabakkonsum bedeuten. Das Design der Vapes sei sehr ansprechend, sie sähen vermeintlich harmlos und attraktiv aus.

Jugendliche möchten cool sein

Doch warum sind Vapes so beliebt bei Jugendlichen? „In den sozialen Medien wird der Pattern verbreitet. Neugierde auf Neues, cool sein und dazugehören sind seit jeher entscheidende Konsummotive im Jugendalter“, sagt Wenzler.

Vapes fallen unter das Jugendschutzgesetz (Paragraph 10 JuSchG), welches ein Verbot für Kinder und Jugendliche (bis 18 Jahre) vorgibt. Trotzdem: „Der Probierkonsum unter Jugendlichen ist dennoch hoch. Der medial erzeugte Pattern des Vapens ist somit aus unserer Sicht alles andere als harmlos“, betont sie.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *